Beginn Inhaltsbereich

Beginn Navigator

Ende Navigator

Drucken     


Das ISOS in Kürze

Lana, Kt. VS, Weiler von nationaler Bedeutung
Lana, Kt. VS, Weiler von nationaler Bedeutung

Das Bundesinventar ISOS

  • bildet als landesweites Ortsbildinventar weltweit einen Sonderfall,
  • wird nach Anhören der Kantone vom Bundesrat in Kraft gesetzt,
  • beurteilt Ortsbilder nach einem schweizweiten Massstab,
  • verhindert nicht die Ortsentwicklung, sondern fördert eine nachhaltige Planung,
  • wird in Buchform und als PDF im Internet publiziert.

Ausgangslage

Die Erarbeitung des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) stützt sich auf Artikel 5 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451). Der Bundesrat entscheidet – nach Anhörung der Kantone – über die Aufnahme, die Abänderung oder Streichung der Ortsbilder. Durch die Aufnahme eines Ortsbilds im ISOS wird erklärt, dass es in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung verdient.

Rudolfingen, Kt. ZH, Dorf von nationaler Bedeutung
Rudolfingen, Kt. ZH, Dorf von nationaler Bedeutung

Aufnahmekriterien

Heute umfasst das ISOS 1274 Objekte, in der Regel Dauersiedlungen mit mindestens 10 Hauptbauten, die auf der Siegfriedkarte vermerkt und auf der Landeskarte mit Ortsbezeichnung versehen sind.

Sämtliche im ISOS aufgenommenen Ortsbilder wurden im kantonalen und regionalen Vergleich durch Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen und durch Mitglieder des sog. ISOS Bewertungsausschusses – ein von Fachleuten zusammengesetztes Gremium – geprüft und je nach Siedlungsgattung (Stadt, Kleinstadt/Flecken, verstädtertes Dorf, Dorf, Weiler, Spezialfall) bewertet. Für die nationale Bedeutung der Ortsbilder sind topografische, räumliche und architekturhistorische Qualitäten ausschlaggebend: Das ISOS beurteilt die Ortsbilder in ihrer Gesamtheit bzw. nach dem Verhältnis der Bauten untereinander sowie der Qualität der Räume zwischen den Häusern und dem Verhältnis der Bebauung zur Nah- und Fernumgebung.

Biel, Kt. BE, Stadt von nationaler Bedeutung
Biel, Kt. BE, Stadt von nationaler Bedeutung

Die ISOS-Methode

Um ein Inventarisationssystem zu entwickeln, das allen Siedlungsformen der Schweiz – von grossen Städten bis zu kleinsten Weilern – gerecht wird, musste ein spezielles Vorgehen gefunden werden. Die ISOS-Methode erlaubt, unterschiedlichste Ortschaften aufzunehmen. Sämtliche Ortsbildaufnahmen sind untereinander vergleichbar und mit den bestehenden Inventaren der eidgenössischen oder kantonalen Fachstellen koordinierbar.

Das ISOS geht vom heutigen Baubestand aus. Bei der Inventarisierung werden die Ortsbilder in Ortsteile aufgeschlüsselt. Jedem Ortsteil wird ein Erhaltungsziel zugeteilt, welches Vorschläge zur Bewahrung und Gestaltung verbindet. Die Umsetzung der Erhaltungsziele soll sicherstellen, dass die wertvollen Eigenheiten der Ortsbilder – und damit ihre nationale Bedeutung – ungeschmälert bewahrt bleiben. Zusätzlich zu den Erhaltungszielen bietet das Bundesinventar Anregungen zu einer nachhaltigen Planung, um den Erhalt des baulichen Erbes und die besondere Qualität der Siedlungen für die Zukunft zu gewährleisten.

Gültigkeitsbereich und Grenzen

Anzahl, Umfang und Forderung nach Vergleichbarkeit der Ortsbilder haben dazu geführt, dass das ISOS ausschliesslich die äusseren Erscheinungsmerkmale der Bebauung erfassen kann. Das Bundesinventar berücksichtigt keine nutzungsmässigen, ökonomischen, soziologischen oder politischen Gesichtspunkte, ausser wenn sich diese Aspekte baulich eindeutig im Siedlungsbild niedergeschlagen haben. Auch Zonenpläne werden vernachlässigt; unterschiedlicher Stand, voneinander abweichende kantonale Gesetzgebung und ungleiche Gültigkeitsdauer hätten gesamtschweizerisch ein verfälschtes Bild erbracht.

ISOS, Ticino, Locarnese, Band 1+2
ISOS, Ticino, Locarnese, Band 1+2

Die praktische Anwendung

Ziel des ISOS ist es, die Qualitäten, die zum nationalen Wert der bezeichneten Ortsbilder führen, zu erhalten und zu vermeiden, dass ihnen irreversibler Schaden zugefügt wird. Das ISOS soll deshalb bei Denkmal- und Ortsbildpflege sowie bei raumplanerischen Massnahmen im Umfeld von Ortsbildern von nationaler Bedeutung systematisch als Entscheidungsgrundlage beigezogen werden.

Publikation

Das ISOS wird zurzeit in einer Buchreihe publiziert. Die ISOS-Bände richten sich nicht nur an Fachleute in den Bereichen Architektur, Denkmalpflege und Planung, sie sind für jede Schweizerin und für jeden Schweizer von Interesse. Die Bücher über die Ortsbilder in den verschiedenen Kantonen beweisen, dass ein Inventar nicht nur eine wichtige, sondern auch eine spannende Sache ist.

Zusatzinformation zum Bundesinventar ISOS

Das Bundesinventar wird durch die Listen der Ortsbilder von regionaler und lokaler Bedeutung ergänzt; diese Ortsbilder wurden im Rahmen der Erstinventarisation anhand der ISOS-Methode aufgenommen. Diese Aufnahmen werden im Rahmen der Überprüfung des Bundesinventars nicht aktualisiert.
Zum Teil wurden die Ortsbilder von regionaler und lokaler Bedeutung in kantonales Recht überführt.


Zuletzt aktualisiert am: 25.10.2016

Ende Inhaltsbereich

Volltextsuche

Kontakte

Bundesamt für Kultur
Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege
ISOS
Marcia Haldemann
Hallwylstrasse 15
3003 Bern
T +41 58 462 86 26
E E-Mail
http://www.bak.admin.ch/isos

Weitere Informationen

Typ: PDF
31.10.2011 | 212 kb | PDF


http://www.bak.admin.ch/isos/03188/index.html?lang=de