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Le site du mois d'août 2006: Stalden VS

Le site du mois d'août est une version raccourcie du relevé - qui n'existe qu'en allemand - publié dans la publication ISOS consacrée au canton du Valais, volume 2.2 Oberwallis M-Z.

Stalden im Kanton Wallis, Dorf von nationaler Bedeutung

Stalden im Kanton Wallis, Dorf von nationaler Bedeutung, ein Ort aus den vier im letzten Jahr publizierten Inventar-Bänden Wallis.

Flugbild 1990Siegfriedkarte von 1891Landeskarte von 1993BahnhofachseKinbrücke, 1544Bahnhof BVZMerjenbrücke, 1930Strassenbrücke, 1959Dorfkern und BielPfarrkirche von 1777Alte HauptgasseBahnhofplatzSchulhausEmbdaturmDorfkern und Biel


Siedlungsentwicklung    
Die im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnte Siedlung spielte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit verkehrspolitisch eine wichtige Rolle. Der Ort an der Verzweigung der Vispertäler wurde zum Sitz bedeutender Feudalgeschlechter; so beispielsweise der Herren von Embda.

Von der Bedeutung der alten Passverbindungen durchs Saas- und Mattertal zu den Alpenübergängen Monte Moro, Antrona- und Theodulspass zeugen heute noch drei herrschaftliche Turmbauten (auf dem Biel, Asperturm im Hof und Embdaturm), der Verlauf des alten Saumpfads und zwei steinerne Bogenbrücken aus dem 16. Jahrhundert.

Nachdem es sich 1535 von der Pfarrei Visp abgelöst hatte, war das Dorf lange Zeit kirchliches Zentrum des Tales. 1777 erhielt es eine grosse neue Pfarrkirche. Die politische Vereinigung mit Kineggen und Niederrussen, dem heutigen Neubrück, erfolgte erst 1817. Zur grossen Talkesselgemeinde gehören heute, nebst dem Hauptort, mehrere Weiler.

Als 1890/91 die Schmalspurbahn von Visp nach Zermatt eröffnet wurde, setzte im Zeichen des Fremdenverkehrs eine neue Entwicklung ein. Stalden wurde zwar weniger Ferien- als Umsteige- und Etappenort. Zwischen dem alten Dorf (> 1) und dem Bahnhof entstand ein Quartier (> 2) mit einer kurzen, aber prägnanten Achse (> 2.1).

Weniger prägend für das Siedlungswachstum war die 1922-23 angelegte Fahrstrasse Visp-Stalden.

Die 1932 eröffnete Merjenbrücke, ein Pionierwerk moderner Ingenieurbaukunst (> 0.0.30), überspannt die Schlucht der Mattervispa und befreite die schmale Kinbrücke vom Verkehr ins Saastal. 1937 wurde die Strasse ins Mattertal bis St. Niklaus eröffnet.

Zu einem vom motorisierten Strassenverkehr geprägten Ort wurde das Dorf 1964 mit dem Bau der neuen Talstrasse zwischen Neubrück und Stalden. Diese umfährt auf der neuen St.-Michaels-Brücke in einer weiten Schleife den Ortskern, ist aber durch die Neubautätigkeit der Hochkonjunktur zur verkehrsbelasteten Hauptachs des Dorfes geworden. Ein zersiedelter Hang umschliesst den alten Kern auf drei Seiten und bestimmt die Ortsansicht von Süden und Osten.

Der heutige Ort    
Der Siedlungskern (> 1) bei der Kirche grenzt sich mit seltener Klarheit gegen aussen hin ab: gegen die felsige, unverbaute Umgebung und gegen die neueren Etappen der Dorfentwicklung. Den guten Erhaltungszustand verdankt er dem Umstand, dass er mit dem Bau der Talstrasse von 1922 an die Peripherie und mit der Eröffnung der Umfahrungsstrasse 1964 abseits des Durchgangsverkehrs zu liegen kam. Er ist in einem kleinen Sattel zwischen der westlichen Talflanke und dem schroffen Felsvorsprung eingebettet, der rund hundert Meter zum Talgrund der Vispa abfällt.

Die Hauptachse durchzieht das kompakte, von einem Netz verwinkelter Gässchen erschlossene Haufendorf.

Sie verläuft in der Verlängerung des alten Talwegs, der bis ins frühe 20. Jahrhundert von Visp her kommend steil den Hang hinanstieg und bei der Kirche das Dorf erreichte. Die barocke Pfarrkirche, das Pfarrhaus von 1676 und der kürzlich erneuerte Friedhof bilden, über dem steilen Abgrund, einen ummauerten, offenen Raum am Nordrand der Siedlung.

Die Weiträumigkeit dieses Bereichs steht im Gegensatz zur kleinräumigen Bebauung des übrigen Ortskerns. Der vom Kirchplatz her steil ansteigende Hauptgassenraum erinnert durch seine stattlichen Bauten an die grosse Bedeutung Staldens als Etappenort an den Saumpfaden in die Visper- und in die südlichen Walsertäler.

Die dreigeschossigen Herren- und Bauernhäuser des 16. bis 18. Jahrhunderts stehen auf hohen gemauerten Sockelgeschossen mit zum Teil herrschaftlichen Portalen. Weit ausladende Vorschutzkonstruktionen und Würfel- oder Rautenfriese, ornamentierte Pfettenkonsolen usw. kennzeichnen die Holzfassaden.

Das Fehlen landwirtschaftlicher Nutzbauten und die bis an die Hauswände reichende Pflästerung verstärken den kleinstädtischen Habitus der Hauptachse, die sich an drei Stellen zu kleinen dreieckigen Platzräumen weitet. Die Häuser in diesem Bereich sind durchwegs Blockbauten und kleiner dimensioniert.

Vor allem an den Rändern ist der Anteil der Nutzbauten wesentlich höher als längs der Hauptgasse. Die älteren Stadel stehen auf Holzpfeilern mit Steinplatten.

Die obersten Stadel auf dem Biel haben, obwohl jüngeren Baudatums, grosse Bedeutung für das Ortsbild, da sie den Hügel überragen und als einzige Bauten nebst der Kirche von der modernen Umfahrungsstrasse aus sichtbar sind. Die Firste der Wohnhäuser am Hang verlaufen mehrheitlich in Ost-West-Richtung, was der von Steinplatten geprägten Dachlandschaft eine Regelmässigkeit verleiht. Die Bauten stehen so eng beeinander, dass kaum Platz für Gärten besteht und die Zwischenräume vor allem der Erschliessung dienen.

An den Dorfkern legt sich tangential die Bahnhofstrasse an (> 2.1). Sie führt in einer sanften Krümmung zum aussergewöhnlich stattlichen Bahnhof hinab. Hotels und Wohnbauten mit bis zu fünf Geschossen aus der Zeit vor und nach 1900 und stehen in beinahe regelmässigen Abständen auf beiden Seiten direkt an der Strasse. Mit Ausnahme des untersten Baus, einem viergeschossigen Holzchalet von 1922, sind die Häuser gemauert, die Fassaden verputzt mit regelmässig angeordneten Fenstern.

Die einzelnen Bauten im Bahnhofquartier sind eher unscheinbar, bilden zusammen aber eine Bebauungsachse, die für einen alpinen Passort der Jahrhundertwende charakteristisch ist. Der halbkreisförmige Bahnhofplatz wird auf der einen Seite durch das lang gestreckte Bahnhofgebäude, auf der anderen Seite durch eine durchgehende Front von Alt- und Neubauten, von öffentlichen Gebäuden, Wohn- und Lagerhäusern geprägt. Jenseits der Bahnlinie erhebt sich das Kleine Biel, auf dem kleinmassstäbliche Bauten zusammen mit winzigen Pflanzgärten ein kleines Ensemble des 19. Jahrhunderts bilden.

Das Gemeindezentrum mit Schule, Turnhalle, Gemeindehaus und Konsum am oberen Ende der Bahnhofstrasse belegt eine Fläche, die fast ebenso gross ist wie jene des Dorfkerns ohne Kirchhof. Der Gebäudekomplex, ein Dorfteil für sich, hat den räumlichen Bezug zwischen dem alten Dorf und dem ältesten Bau des Ortes, dem Embdaturm (> 0.2.17) zerstört. Immerhin bildet dieser zusammen mit ein paar älteren Wohn- und Nutzbauten eine kleine Gruppe (> 0.2).

Der mittelalterliche Wohnturm mit seinem archaischen Gemäuer und seinen Treppengiebeln überragt die flachen Steindächer der benachbarten Holzhäuser um einiges.

Wir empfehlen    

  • Der alte Dorfkern (> 1) und das Ensemble um den Embdaturm (> 0.2) verdienen integrale Erhaltung von Bauten und Freiräumen. Für die übrige Bebauung ist der Erhalt der Struktur (> 2.1) oder des Charakters (> 2) angezeigt;
  • Für das abschüssige Terrain zwischen jetziger Siedlung und Vispa ist ein absolutes Bauverbot zu erlassen;
  • Angesichts der extrem zersiedelten Umgebungen ist eine Beschränkung der Neubautätigkeit auf die bereits überbauten Bereiche (> III, IV) angezeigt. Nur so kann das Ortsbild eine gewisse Geschlossenheit bewahren;
  • Für die Bedachung der Häuser im Dorfkern ist die Tradition der Steinplatten beizubehalten;
  • Ein besonderes Augenmerk verdient die Bahnhofachse, deren Wert mehr in der Gesamtwirkung liegt als in den Einzelbauten. Diese Wirkung könnten auch kleinere unsachgemässe Eingriffe zerstören;
  • Ein detailliertes Einzelbauinventar, das auch die Häuser aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfasst, würde die Ortsbildpflege erleichtern.

Wir bewerten

**         Lagequalitäten
**/        Räumliche Qualitäten
***       Architekturhistorische Qualitäten 
    
     
Lagequalitäten
Stalden hatte einst hohe Lagequalitäten wegen der Situierung des Dorfes in einem kleinen Geländesattel hoch über dem Zusammenfluss der Matter- und Saaser Vispa und wegen der eindrücklichen Silhouettenwirkung von Kirche und Pfarrhaus über einem Felsabbruch. Die sind stark vermindert durch die ungeordnete und grossflächige Überbauung wichtiger Umgebungen.

Räumliche Qualitäten
Hohe räumliche Qualitäten kommen dem alten Dorfkern zu dank dem geschlossenen alten Hauptstrassenraum mit dem Charakter eines kleinstädtischen Passortes, auch dank der prägnant bebauten Bahnhofachse.

Architekturhistorische Qualitäten
Besondere architekturhistorische Qualitäten hat das Dorf als typischer Brückenort mit mehreren schützenswerten Brückenkonstruktionen. Es zeigt einen Reichtum an wertvollen Beispielen der Sakral-, Volks- und Herrschaftsarchitektur, vom mittelalterlichen Wohnturm bis zur hölzernen Luftseilbahnstation aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Retour à vue d'ensemble 2006

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Informations complémentaires

Typ: PDF
31.10.2011 | 236 kb | PDF
Die Zahlen in der Ortsbeschreibung, z.B. (> 1), beziehen sich auf den Grundplan. Dieser zeigt die Interpretation des Ortes aus dem spezifischen Blickwinkel des Inventars.

Die Fotos stammen aus den Jahren 1976, 1996 und 1997.
Typ: PDF
22.03.2010 | 281 kb | PDF
Typ: PDF
22.03.2010 | 34 kb | PDF


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