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ISOS FAQ

Was ist ein Ortsbild?

Ein Ortsbild ist mehr als die Summe von einzelnen Gebäuden und mehr als eine Siedlung. Ein Ortsbild wird bestimmt durch das Verhältnis der Bauten untereinander, durch die Gliederung der Räume zwischen den Gebäuden – Plätze und Strassen, Gärten und Parkanlagen – und durch die Beziehung der Bebauung zur Nah- und Fernumgebung.

Was ist das ISOS?

Das ISOS ist ein Ortsbild- und kein Einzelbau-Inventar. Bei einem Ortsbildinventar ergänzt der Blick auf das Ganze den Blick aufs Detail. Dank seinen Daten zur Ortsgeschichte, zur Ortsentwicklung und seiner Beschreibung von Gebieten, Baugruppen und Umgebungen können Planer, Architektinnen und Baubehörden sensibel auf das Ortsbild reagieren und dazu beitragen, seinen nationalen Wert zu erhalten.

Welche Elemente enthält eine ISOS-Aufnahme?

Eine ISOS-Aufnahme enthält einen Plan, auf dem die Gliederung der verschiedenen Ortsteile abgebildet ist, eine Planlegende, einen Text zur Ortsgeschichte und zum aktuellen Ort sowie diverse Bilder, welche den Ortsbeschrieb illustrieren.

Wer entscheidet, welche Ortsbilder die nationale Bedeutung verdienen?

Die Aufnahme eines Ortsbilds ins Bundesinventar ISOS geschieht durch ein präzises Verfahren. Das Ortsbild wird in einem ersten Schritt im kantonalen und regionalen Vergleich durch Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen und durch Mitglieder des sog. ISOS Bewertungsausschusses – ein von Fachleuten zusammengesetztes Gremium – geprüft und je nach Siedlungsgattung (Stadt, Kleinstadt/Flecken, verstädtertes Dorf, Dorf, Weiler, Spezialfall) und topografischen, räumlichen und architekturhistorischen Qualitäten als Ortsbild von nationaler Bedeutung empfohlen. Nach der Beurteilung durch die Fachleute werden auf kantonaler Stufe der Regierungsrat und auf Bundesebene die vom ISOS betroffenen Ämter angehört. Der Beschluss, ein Ortsbild ins ISOS aufzunehmen, obliegt dem Bundesrat: Er entscheidet über die Aufnahme, die Abänderung oder die Streichung eines Ortsbilds in der Verordnung über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz VISOS (SR 451.12).

Was sind die Kriterien bei der Auswahl?

Jedes Ortsbild wird im kantonalen und regionalen Vergleich je nach Siedlungsgattung (Stadt, Kleinstadt/Flecken, verstädtertes Dorf, Dorf, Weiler, Spezialfall) bewertet. Für die nationale Bedeutung sind die topografischen, räumlichen und architekturhistorischen Qualitäten des Ortsbilds ausschlaggebend.

In welchen Fällen werden einzelne Objekte als schützenswerte Einzelelemente, als Hinweise oder Störfaktoren bezeichnet?

Das ISOS gliedert Orte in Gebiete, Baugruppen und Umgebungen auf. Kriterien sind räumliche und historische Qualitäten der Bebauung sowie der Zustand, die Bedeutung und das Erhaltungsziel des Ortsteils. Unterscheidet sich ein Bau in der Qualität allzu stark von der Gesamtbewertung eines Ortsteils, wird er gesondert vermerkt als schützenswertes Einzelelement, Hinweis oder als Störfaktor.

Welche Rechtswirkung hat das ISOS?

Gemäss Artikel 6 NHG (SR 451) ist der Bund verpflichtet bei der Erfüllung seiner Aufgaben das ISOS zu berücksichtigen. Er muss sicherstellen, dass bei der Gestaltung und beim Unterhalt seiner Anlagen, bei der Erteilung von Konzessionen und Bewilligungen sowie bei der Gewährung von Beiträgen die wertvollen Eigenheiten der Ortsbilder von nationaler Bedeutung ungeschmälert erhalten bleiben. Bei Erfüllung von kantonalen und kommunalen Aufgaben besteht ebenfalls eine Pflicht zur Berücksichtigung des Bundesinventars, da gemäss Artikel 4a VISOS die Kantone das Bundesinventar bei der Erstellung ihrer Richtpläne berücksichtigen müssen.


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Kontakte

Bundesamt für Kultur
Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege
ISOS
Marcia Haldemann
Hallwylstrasse 15
3003 Bern
T +41 58 462 86 26
E E-Mail
http://www.bak.admin.ch/isos


http://www.bak.admin.ch/isos/04063/index.html?lang=de