Beginn Inhaltsbereich

Beginn Navigator

Ende Navigator

Drucken     


Ausbau des Stromnetzes nur mit Rücksicht auf Denkmäler, Ortsbilder und archäologische Stätten

Trafostation Kraftwerk Oberhasli BE © Keystone, Gaetan Bally
Trafostation Kraftwerk Oberhasli BE © Keystone, Gaetan Bally

Der Ausbau der Stromnetze ist ein zentrales Thema der Energiewende und kann mit neuen Hochspannungs-Freileitungen und -kabeln je nach Anlage und betroffenem Gebiet bedeutende Auswirkungen auf Kulturdenkmäler und -landschaften haben. Der Schutzgegenstand darf durch den Netzausbau in seiner Integrität und Erscheinung nicht beeinträchtigt werden.

Die Hürden für die kostspieligere Variante der Leitungsführung mit Erdkabeln wurden gesenkt, was sich in der unmittelbaren Umgebung von zahlreichen denkmalpflegerischen Schutzobjekten als positiv erweisen wird. Allerdings ist zu beachten, dass bei archäologischer Stätten oder in Funderwartungsgebieten die Kabelführung im Boden nicht unproblematisch ist.

Der Sachplan Übertragungsleitungen ist das übergeordnete Planungs- und Koordinationsinstrument des Bundes für den Aus- und Neubau von Übertragungsleitungen (220 und 380 Kilovolt) und Bahnstromleitungen (132 Kilovolt). Leitungsbauvorhaben werden in diesem Verfahren aus raumplanerischer Sicht beurteilt; in Bezug auf bestehende und zukünftige Nutzungen sind sie jedoch auch auf die Vereinbarkeit mit den Schutzgebieten und Schutzobjekten zu überprüfen.

Denkmäler, schützenswerte Ortsbilder, archäologische Stätten, Funderwartungsgebiete und Kulturlandschaften bilden mit ihrer Umgebung eine räumliche Einheit und stehen miteinander in Wechselwirkung. Die massgebliche Umgebung des Schutzobjekts ist der Bereich, der zu seinem Wert beiträgt – vom Einzelmonument über das Ortsbild bis zur Kulturlandschaft. Soll eine neue Leitung in der Nähe eines Schutzobjekts erstellt werden, ist als Grundlage zur Beurteilung zwingend eine Analyse der für das Schutzobjekt massgeblichen Umgebung (Wirkungsbereich) zu erstellen. In der Folge sind die entsprechenden Perimeter und die daraus folgenden Schutzziele festzulegen.

  • Der festzulegende Planungskorridor für die Detailplanung der Leitungen ist geeignet auszuwählen; er muss die massgebliche Umgebung (Wirkungsbereich) der Denkmäler, schützenswerten Ortsbilder und Kulturlandschaften berücksichtigen, da sie integrierender Bestandteil des Schutzobjekts sind. Schutzzonen, Sichtachsen, Blickverbindungen, Silhouetten u.a.m. dürfen nicht beeinträchtigt werden.
  • Grabungsflächen in archäologisch relevanten Gebieten und im Funderwartungsbereich sind auszuweisen, auf ein Mindestmass zu beschränken und auf die Vereinbarkeit mit den Schutzinteressen zu überprüfen.

Die Schutzinteressen gemäss Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG) sind in der Beurteilung der Schutzkriterien aufzuführen und im Sachplan Übertragungsleitungen angemessen zu berücksichtigen, um eine reibungsfreie Abwicklung des Verfahrens ohne zeitliche Verzögerungen zu erleichtern.

Weiter führende Angaben: «Schutz der Umgebung von Denkmälern», Grundsatzpapier der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD):
Typ: PDF
Schutz der Umgebung von Denkmälern
Grundsatzpapier der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD)
Letzte Änderung: 16.09.2016 | Grösse: 46 kb | Typ: PDF


Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2014

Ende Inhaltsbereich

Volltextsuche

Kontakte

Bundesamt für Kultur
Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege
Sekretariat
Yves Boillat
Hallwylstrasse 15
3003 Bern
T +41 58 462 86 25
E E-Mail

Dokumente

Typ: PDF
Grundsatzpapier der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD)
16.09.2016 | 46 kb | PDF

Weitere Informationen



http://www.bak.admin.ch/kulturerbe/04273/05005/05018/index.html?lang=de