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Nominierte 2015

Erklärung zu den Nominationen

Für die zweite Ausgabe des Grand Prix de la Musique Suisse darf die Jury fünfzehn Nominierungen von Musikern und Musikerinnen präsentieren, die einmal mehr die Vielfalt der künstlerischen Musiklandschaft Schweiz unterstreichen. Aus den rund fünfzig Vorschlägen der unabhängig arbeitenden ExpertInnenrunde wählte die siebenköpfige Jury mit grosser Freude Persönlichkeiten aus, die für die Entfaltung eines stilistisch offenen Schweizer Klangs ihr Spiel, ihre Konzepte, Kompositionen, Installationen und Improvisationen mit Leib und Seele einbringen. Darunter finden sich MusikerInnen aus den Bereichen Jazz, Klassik, Volksmusik, Experimental, Elektronik und - sehr schweizerisch - aus umso spannenderen Mischfeldern, die von den Rändern her in die helvetische Musikszene einwirken. Zum ersten Mal setzte die Jury zudem einen Akzent auf Nachwuchsförderung und Vermittlung, da mehrere der Nominierten sich aktiv, auf der Bühne oder in der Ausbildung für junge Talente engagieren.

Graziella Contratto, Jurypräsidentin Eidgenössische Jury für Musik



Philippe Albèra

Philippe Albèra wurde 1952 in Genf geboren. Sein Musikstudium absolvierte er am dortigen Konservatorium und sein musikwissenschaftliches Studium an der Universität Paris VIII. 1977 gründete Albèra Contrechamps, dem er bis 2005 als Direktor vorstand. Es folgten das Ensemble Contrechamps (1980), die Revue Contrechamps (1983) sowie die Éditions Contrechamps (1991), für die er nach wie vor die Verantwortung innehat. Zwischen 1984 und 1998 war er als künstlerischer Koordinator des Saals für zeitgenössische Kunst Salle Patino in Genf tätig und rief im Jahr 1992 das Genfer Festival Archipel ins Leben.

Nik Bärtsch

Nik Baertsch, geboren 1971 in Zürich, ist Pianist, Komponist und Produzent. Nach dem Studium an der Zürcher Hochschule der Künste in Klavier studierte er an der Universität Zürich Philosophie, Linguistik und Musikwissenschaft. Mit dem Zen-Funk Quartett Ronin und der Musikritual-Gruppe Mobile hat er eine völlig eigenständige Musik zwischen Jazz, Funk und Minimal Music geschaffen. Während er mit Ronin seit über zehn Jahren wöchentlich montags in seinem Club Exil spielt und bereits in Asien, Europa, Nordamerika und Afrika tourte, tritt die akustische Formation Mobile vor allem im Rahmen von Installationen auf.

Malcolm Braff

Malcolm Braff kam 1970 in Brasilien zur Welt und fand in Dakar seine Liebe zur Musik. Als 13-Jähriger kam er in die Schweiz. Schon damals war Braff multikulturell geprägt und beherrschte ein intuitives Klavierspiel. Seit mehr als 25 Jahren gilt er als aussergewöhnliche musikalische Persönlichkeit und wird von vielen Musikschaffenden als eine Art Guru oder Pate des Schweizer Jazz angesehen.

Braff ist mit unterschiedlichen Formationen auf rund zwanzig Platten zu hören, von denen zwei beim renommierten Label Blue Note erschienen sind und die letzte bei Enja.

Markus Flückiger

Markus Flückiger wurde 1969 in Brittnau geboren und lebt heute in der Innerschweiz. Als Kind lernte er das Schwyzerörgeli spielen und spielte während der Schulzeit in verschiedenen Formationen als Tanzmusiker. Als freischaffender Musiker und Musiklehrer begann er sich intensiv mit der Schweizer Volksmusik auseinander zu setzen, ging mit Formationen wie pareglish oder Hujässler neue Wege innerhalb der Szene und mischte diese gewaltig auf. Flückiger ist Dozent für Schwyzerörgeli an der Hochschule Luzern und musikalischer Leiter des Hochschul-Ensembles „Alpini Vernähmlassig".

Joy Frempong aka OY

Joy Frempong aka OY wurde 1978 in Ghana geboren, kam 1986 in die Schweiz und lebt momentan in Berlin. Sie studierte Jazzgesang und Pädagogik in Bern. OY hat als ihr Soloprojekt begonnen und ist mittlerweile um den Musiker Lleluja-Ha zum Duo gewachsen. Joy Frempong hat eine Vorliebe für Klänge, Geräusche und Geschichten, die die Band auf eigenwillige Art zu treibenden Songs verwebt. Sie war und ist in verschiedenen Musikprojekten involviert, wie der Formation „Stade", den Bands „Filewile" und „Phall Fatale".

Marcel Gschwend aka Bit-Tuner

Marcel Gschwend aka Bit-Tuner, 1978 in St. Gallen geboren, lebt und arbeitet in Zürich. Der Autodidakt produziert seit 1997 elektronische Musik und geht dabei auch immer wieder interessante Kollaborationen ein, u.a. Tanztheaterproduktionen, Modeschauen und Filmvertonungen. In den 15 Jahren seines Schaffens hat er seinen unvergleichlichen Stil entwickelt. Seine Bandbreite reicht von Hip Hop Beats über technoide Bass Musik und Electronica, bis hin zu Noise. Neben seinem Soloprojekt Bit-Tuner ist Marcel Gschwend fester Bestandteil der Band Stahlberger, in deren Produktionen er sich als Songwriter und Arrangeur beteiligt.

Heinz Holliger

Heinz Holliger gehört zu den aussergewöhnlichsten Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit. Geboren 1939 in Langenthal, studierte er in Bern, Paris und Basel Oboe, Klavier und Komposition. Nach ersten Preisen in Genf und München beginnt für ihn eine unvergleichliche Karriere als Oboist. Einige der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart widmen ihm ihre Werke. Als Dirigent arbeitet Holliger seit vielen Jahren mit weltweit führenden Orchestern. Zudem ist er einer der gefragtesten Komponisten unserer Zeit. Zu seinen Hauptwerken zählen die Oper Schneewittchen, der Scardanelli-Zyklus und das Violinkonzert.

Daniel Humair

Der Schlagzeuger und Jazzkomponist Daniel Humair wurde 1938 in Genf geboren. Seit beinahe einem halben Jahrhundert hat er einen festen Platz im europäischen Avantgarde-Jazz, nimmt an den interessantesten Projekten teil und spielt mit den grössten Musikern des 20. Jahrhunderts wie Lucky Thompson, Bud Powell oder Chet Baker zusammen. Er hat über 300 Aufnahmen gemacht, darunter dutzende unter seinem Namen. Seit 2002 ist Daniel Humair Commandeur des Arts et des Lettres, also Träger des höchsten Ordens des französischen Kulturministeriums.
Gemeinsam mit François Jeanneau und Henri Texier gründete Humair ein Trio, das als Katalysator des neuen französischen Jazz angesehen wurde, bevor er seinen Weg fortsetzte und Kreationen mit illustren Künstlern wie Michel Portal oder Richard Galliano realisierte.

Joke Lanz

Joke Lanz, 1965 in Basel geboren, lebt heute in Berlin. Er ist ein Pionier der elektronischen Independent Szene und Grenzgänger zwischen improvisierter und experimenteller Musik, zwischen Noise und Turntablismus, zwischen Performance-Kunst und Musique Concréte. Neben Theater- und Filmmusik, Radioarbeit, Installationen und Objekten ziehen sich zwei Konstanten durch sein Werk: zum einen seine Arbeit als Turntablist, bei der er Plattenspieler und Vinylscheiben manipuliert, und zum anderen sein Aktionsprojekt „Sudden Infant", das 2014 nach 25 Jahren Einmannprojekt zu einem Trio transformiert wurde.

Christian Pahud

Christian Pahud kam 1978 zur Welt und wuchs in der Schweiz auf. Er studierte an der ECAL in Lausanne.
Der vollkommene Schlagzeug-Autodidakt gründete mehrere anerkannte Bands, darunter Honey For Petzi, Larytta oder Bombers.
Daneben beschäftigt sich Pahud mit Klangexperimenten und ist in Soloprojekten tätig, die sich primär der elektronischen Musik zuwenden.
Im Verlauf der Jahre kreierte er Klangperformances und -installationen und arbeitete mit unterschiedlichen Kunstschaffenden im Bereich der bildenden Kunst, der Musik und der Choreographie zusammen (Francis Baudevin, Christian Marclay, YoungSoon Cho Jaquet, La Gale usw.).

Annette Schmucki

Die Komponistin Annette Schmucki arbeitet mit Sprache als Musik. Es entstehen Stücke für kleine und grosse Ensembles, Klanginstallationen, Hörspiele, Opern, Konzepte, Performances, Texte. Schmucki wurde 1968 in Zürich geboren. Sie studierte in Winterthur bei Cornelius Schwehr und danach in Freiburg im Breisgau bei Mathias Spahlinger (Master). Sie ist Mitglied der Kollektive 'blablabor', 'band' und 'die sieben schweinsschwestern'. Für ihr künstlerisches Schaffen wurde Schmucki mehrfach ausgezeichnet. Ihre Werke werden von renomierten Ensembles und Festivals in der Schweiz und Europa in Auftrag gegeben und uraufgeführt. 2010 erfolgte die Premiere des Films 'hagel und haut' über Schmuckis Arbeit und Leben. 2012/13 war sie Stipendiatin der Villa Concordia.

Bruno Spoerri

Bruno Spoerri, 1935 in Zürich geboren, begann seine Laufbahn als Saxophonist in diversen Ensembles, arbeitete freischaffend als Komponist und Tonmeister, produzierte Filmmusik und Werbespots, gründete das Schweizerische Zentrum für Computermusik und experimentierte mit Software-Entwicklungen zwischen Komposition und Improvisation. Er war Herausgeber des 2005 erschienen Werks „Jazz in der Schweiz. Geschichte und Geschichten" sowie 2010 des Werks «Musik aus dem Nichts. Geschichte der elektroakustischen Musik in der Schweiz».

Cathy van Eck

Cathy Van Eck, 1979 in den Niederlanden geboren, ist seit 2007 Dozentin für Musik und Medienkunst an der Hochschule der Künste Bern. Als Klangkünstlerin sucht sie nach Wechselwirkungen zwischen Alltagsobjekten und Menschen und erforscht Möglichkeiten, Lautsprecher und Mikrophone als Musikinstrumente einzusetzen. In ihren konzeptuell fundierten Performances und Klanginstallationen, manipuliert sie mit Hilfe von Live Elektronik selbstentworfene Klangobjekte. Sie arbeitet oft interdisziplinär zusammen mit Regisseuren und Choreographen.

Nadir Vassena

Nadir Vassena wurde 1970 in Lugano geboren. Er studierte Komposition bei Bruno Zanolini in Mailand und anschliessend bei Johannes Schöllhorn in Freiburg im Breisgau.
1993 nahm er an den Kompositionskursen von Brian Ferneyhough in Royaumont teil.
Zwischen 2004 und 2011 übernahm Vassena zusammen mit dem Gitarristen Mats Scheidegger die künstlerische Leitung der Tage für neue Musik Zürich.
Heute unterrichtet er Komposition am Conservatorio della Svizzera Italiana (Musikhochschule).

Christian Zehnder

Christian Zehnder wurde 1961 in Zürich geboren und lebt in Basel. Nach Studien in Gitarre und klassischem Gesang und folgten Weiterbildungen in Obertongesang und Körperstimmtechniken. 1996 initiierte er zusammen mit Balthasar Streiff das Duo Stimmhorn, das mehrfach International ausgezeichnet wurde. Er setzte sich intensiv mit den nonverbalen Ausdrucksformen der menschlichen Stimme, sowie den Jodel-Kommunikationsformen unserer Welt auseinander. Er arbeitet als Schauspielmusiker und Regisseur im Musiktheater, als Sänger in verschiedenen Musikformationen, realisiert musikalische Soloprojekte im Bereich Performance/Bildende Kunst und komponiert für Film, Fernsehen und Radio.

Fachkontakt: info@bak.admin.ch
Zuletzt aktualisiert am: 11.09.2015

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