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Illettrismus

Was ist Illettrismus?

Illettrismus ist ein gesellschaftliches Phänomen, welches die Tatsache beschreibt, dass es Junge und Erwachsene gibt, welche die Sprache ihres Landes oder ihrer Region sprechen und die obligatorische Schulzeit absolviert haben, die Grundkompetenzen Lesen und Schreiben jedoch nur schlecht beherrschen.
In der Schweiz sind rund 800 000 Personen im Alter von 16-65 Jahren am untersten Ende der Skala der Lesefä-higkeit anzusiedeln. Sie sind selbst bei kürzeren Texten nicht in der Lage, die wichtigen Informationen herauszu-filtern, diese miteinander zu verknüpfen und einfache Schlüsse daraus zu ziehen. Auffallend ist auch, dass in der Schweiz Personen mit Migrationshintergrund bezüglich ihrer Sprachkompetenzen schlechter abschneiden als in anderen Ländern. Der Illettrismus wirkt sich z.B. in mangelndem Selbstvertrauen, Schwierigkeiten bei der Bewäl-tigung des Alltags, eingeschränkter Berufswahl, oder bei der Ausübung der staatsbürgerlichen Rechte aus und verursacht hohe volkswirtschaftliche Kosten.

Typ: PDF
Volkswirtschaftliche Kosten der Leseschwäche in der Schweiz
Letzte Änderung: 12.04.2007 | Grösse: 350 kb | Typ: PDF

Das Bundesamt für Kultur schafft ein Netzwerk zur Bekämpfung des Illettrismus

2002 erschien der vom BAK in Auftrag gegebene Trendbericht «Illettrismus ─ Wenn Lesen ein Problem ist». Dieser Bericht war ein erster Schritt zu einem vertieften Verständnis des Phänomens. Die Autorinnen und Autoren der Studie empfahlen eine breit angelegt Sensibilisierungskampagne sowie die Schaffung eines Netzwerks der in der Prävention und Bekämpfung des Illettrismus tätigen Akteure.
Ab 2003 baute das BAK in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz ein Netzwerk auf und setzte zwei Hauptmassnahmen um:

  • Einrichtung des Internetportals www.lesenlireleggere.ch, das dem Austausch von Erfahrungen und Know-how dient.
  • Durchführung einer jährlichen interdisziplinären Tagung zu einem festgelegten Thema im Bereich des Illettrismus.

Die Förderpraxis des Bundesamts für Kultur seit 1.1.2012:

Auf der Basis von Art. 15 KFG unterstützt das Bundesamt für Kultur seit 1.1.2012 Organisationen und Projekte im Bereich der Leseförderung sowie der Bekämpfung des Illettrismus. Für die Illettrismusbekämpfung hat das BAK einen Kredit von rund 1 Mio./Jahr CHF zur Hand, wovon 900‘000 CHF für Strukturförderung und 100‘000 CHF für Projektförderung eingesetzt werden.

  • Strukturförderung: Per Gesuchseingabe am 31.1.12, wurden mit im Bereich der Illettrismusbekämpfung tätigen Organisationen (Dachverband Lesen und Schreiben, SVEB, Verband der Schweizerischen Volkshochschulen) Leistungsverträge über vier Jahre abgeschlossen (2012-2015).
  • Projektförderung: Jährlich werden auf Gesuchsbasis Projektfördermittel von 100‘000 CHF zur Verfügung gestellt.

Illettrismusbekämpfung ab 1.1.2017

Mit Einführung des Weiterbildungsgesetzes (WebiG) wird das Dossier der Illettrismusbekämpfung an das Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBFI) übergehen.


Zuletzt aktualisiert am: 06.05.2015

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http://www.bak.admin.ch/kulturschaffen/04250/04253/index.html?lang=de