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Jahresbericht 2008

Editorial

Die letzten Monate des Berichtjahres waren geprägt von der Finanz- und Wirtschaftskrise. Wir sehen uns mit einer Krise konfrontiert, deren Tragweite schwer abzuschätzen ist. Noch wissen wir nicht, wann und - vor allem - wie wir sie überwinden werden.

In dieser Situation haben der Staat und andere öffentliche Institutionen an Bedeutung gewonnen. Es wird von ihnen verlangt, dass sie lenken und langfristige Werte setzen. Die Mittel sollen gerecht und transparent verteilt werden und dem Wohle aller dienen. Kultur gehört ohne Zweifel zu den Werten, die für das Wohl unserer Gesellschaft grundlegend sind. Kultur ist eine Plattform des Austausches, ein gemeinsamer Erfahrungs- und Erlebnisplatz. Kultur ist immer ein Spiegel der Zeit; sie ermöglicht uns, aus den flüchtigen Augenblicken des Alltags auszubrechen und uns der Reflexion und der Betrachtung zu widmen. In einer Zeit der permanenten Beschleunigung und Ablenkung ist Zeit für die Reflexion, die den Blick auf die Zusammenhänge richtet, zu einem raren Gut geworden. Es ist durchaus denkbar, dass die gegenwärtige Krise hätte verhindert werden können, wenn sich die richtigen Leute mehr Zeit für die Betrachtung der grossen Zusammenhänge genommen hätten.

Besonders in Krisenzeiten muss die Kultur von den öffentlichen Institutionen gestützt und getragen werden. Kultur ist kein Luxus, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer funktionierenden Gesellschaft. Anders als beispielsweise in den USA, wo die Kulturbetriebe hauptsächlich privat unterstützt werden, wird die Kultur in der Schweiz zu einem überwiegenden Teil von den Kantonen, den Gemeinden und dem Staat finanziert, wobei die Kantone und Gemeinden über 80 Prozent der Finanzierung leisten und der Bund rund 14 Prozent. Es ist zu erwarten, dass die Kulturfinanzierung mit den sinkenden Steuereinnahmen und Erträgen unter Druck gerät. Von dieser Entwicklung sind vermutlich vor allem die Stiftungen betroffen. Umso wichtiger ist, dass der Bund zu seinen Verpflichtungen hält. Wenn ich die Entscheide des Parlaments in der vergangenen Wintersession betrachte, bin ich zuversichtlich: So hat das Parlament Ende 2008 die Mittel für den Heimatschutz und die Denkmalpflege erhöht, und die Aufstockung des Kredits für die Filmförderung ist nur knapp gescheitert.

Eine grosse Mehrheit des Parlaments anerkennt ausserdem die Notwendigkeit des Kulturförderungsgesetzes (KFG), das der Kulturförderung des Bundes als Ganzes eine rechtliche Grundlage gibt. Etliche Änderungsanträge, die das KFG betreffen, verlangen nicht etwa eine Beschneidung der Kulturförderung des Bundes, im Gegenteil: Sie möchten deren Ausbau. Es ist natürlich alles andere als sicher, ob diese Anträge 2009 im Parlament eine Mehrheit finden werden. Ihre hohe Zahl zeigt jedoch, wie gross das Interesse für die Kultur und ihre Anliegen in unserem Land sind, auch wenn die Meinungen, was und wie gefördert werden soll, unterschiedlich sind. Wir werden die Debatten mit grossem Interesse mitverfolgen.

2008 haben wichtige personelle Veränderungen an der Spitze des Bundesamtes für Kultur stattgefunden: Am 1. Januar 2008 hat Elena Balzardi das Amt der Vizedirektorin der Schweizerischen Nationalbibliothek angetreten. Am 1. Juni 2008 hat Yves Fischer, bis anhin Leiter Internationaler Kulturgütertransfer, die Nachfolge von Marc Wehrlin als stellvertretenden Direktor übernommen. Sandra Flütsch wurde zur Leiterin der Stabstelle Direktion gewählt, sie wird das Amt am 1. Januar 2009 antreten, nachdem sie 2008 interimistisch die Stabsstelle geführt hat.

Abschliessend möchte ich den Mitarbeitenden des Bundesamtes für Kultur für ihren Einsatz danken, den sie das ganze Jahr über geleistet haben. Dem Generalsekretariat des Eidgenössischen Departements des Innern, dem Bundesrat, dem Parlament, der Finanzverwaltung danke ich für die Unterstützung und das in uns gesetzte Vertrauen.

Jean-Frédéric Jauslin
Direktor

Zuletzt aktualisiert am: 19.05.2009

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Typ: PDF
18.05.2009 | 632 kb | PDF


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