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Jahresbericht 2009

Editorial

Wenige Wochen vor Jahresende gilt das Jahr 2009 bereits als historischer Moment für das Bundesamt für Kultur. Artikel 69 der Bundesverfassung, auf den sich bisher alle Fragen der Kulturförderung stützten, ist nun durch ein Gesetz geregelt: Das Kulturförderungsgesetz (KFG) wurde am 11. Dezember 2009 vom Parlament verabschiedet. Mit dieser Rechtsgrundlage wird die Rolle unseres Amtes neu definiert und eine Wende in der schweizerischen Kulturförderung eingeleitet.

Kultur ist weder bloss ein Konsumgut noch ein Luxus, sondern ein wesentlicher Bestandteil unserer Identität. Die Definition der UNESCO räumt jeglichen Zweifel aus: Die Kultur ist «die Gesamtheit der geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Aspekte [...], die eine Gesellschaft kennzeichnen». Deshalb muss sich die Kultur auch auf unvorhersehbaren, experimentellen und unkonventionellen Wegen entwickeln können. Es ist dies eine grundlegende Freiheit, die es auf allen Ebenen zu schützen gilt, angefangen bei der Bekämpfung von Vorurteilen bis hin zum Umgang mit so komplexen Prozessen, wie sie beispielsweise die Gesetze der Marktwirtschaft vorgeben. Ich bin mir bewusst, dass die Verbindung der Begriffe "Förderung" und "Kultur" ein gewisses Unbehagen hervorrufen kann oder gar missverstanden wird. Doch die Kulturförderung des Bundes setzt dort an, wo sie ohne jeglichen Druck und nur im Interesse der kulturellen Aktivitäten wirken kann. Die in der Verfassung verankerte Freiheit der Kunst bleibt einer unserer höchsten Werte und muss auch durch die Garantie der zur Verfügung stehenden Mittel gewährt sein.

Der Beitrag des Bundes bleibt verglichen mit demjenigen von Kantonen und Städten zwar bescheiden. Ist man jedoch von der Schweizer Kultur überzeugt, muss man auch anerkennen, dass die Präsenz des Bundes wichtig ist, da er im gesamtschweizerischen Interesse handeln kann und einen Rundumblick auch über die Landesgrenzen hinaus ermöglicht. Die kulturelle Vielfalt ist einer der grössten Schätze unserer Zeit.

Das Bundesamt für Kultur weiss um die Wichtigkeit der Projekte, an denen gearbeitet wird, auch wenn diese nicht auf der Frontseite der Tagszeitungen stehen. Es genügt, einen Blick auf die vielen in diesem Jahresbericht aufgeführten Aktivitäten zu werfen, die wir mit unserer Leidenschaft und Hingabe zu einem guten Abschluss gebracht haben. Als Direktor empfinde ich das intensive Jahr 2009 als grosse Genugtuung. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei Marimée Montalbetti für ihr grosses Engagement in unserem Amt herzlich zu bedanken und die neue Leiterin der Sektion Kultur und Gesellschaft, Franziska Burkhardt, willkommen zu heissen. Ich danke auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre hervorragende Arbeit. Mit Zuversicht blicken wir den neuen Zielen entgegen: Das Abenteuer geht weiter!

Jean-Frédéric Jauslin
Direktor


Zuletzt aktualisiert am: 29.06.2010

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Typ: PDF
23.06.2010 | 612 kb | PDF


http://www.bak.admin.ch/org/01308/03220/index.html?lang=de