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Das Wichtigste in Kürze

Sonnhild Kestler © Ruth ErdtKünstlerporträt / Portrait d'artiste / Ritratto d'artiste: Andri PolCoeur animal - Séverine Cornamusaz


Bestimmendes Thema für das Bundesamt für Kultur (BAK) war im Jahr 2010 die Erarbeitung der «Kulturbotschaft». Ein Rückblick: Im Dezember 2009 verabschiedete das Parlament das Kulturförderungsgesetz. Fragen der Kulturförderung, die sich bisher auf Artikel 69 der Verfassung stützten, sind damit durch ein Gesetz geregelt. Für das BAK ist dies von grosser Bedeutung: Mit dieser soliden rechtlichen Grundlage wird unsere Rolle noch klarer festgelegt, und wir erhalten neue Handlungsmöglichkeiten. Die «Botschaft zur Finanzierung der Kulturförderung des Bundes», kurz «Kulturbotschaft», gehört zum Kulturförderungsgesetz. Zum ersten Mal unterbreitet der Bundesrat damit dem Parlament ein Programm über die strategische Ausrichtung unserer Kulturpolitik.

Die erste Kulturbotschaft für die Jahre 2012-2015 wurde in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung Pro Helvetia und den anderen Partnerinstitutionen, Schweizerische Nationalbibliothek und Schweizerisches Nationalmuseum, erarbeitet und interessierten Kreisen zur Anhörung vorgelegt. Kantone, Gemeinden, öffentliche und private Partner, Berufs- und Laienvereine, Kunstschaffende und andere Interessierte wurden im Berichtsjahr eingeladen, sich zum Botschaftsentwurf zu äussern. Nach Ablauf der Frist wurden die gesammelten Rückmeldungen ausgewertet und bei der Überarbeitung der Botschaft berücksichtigt. Die Botschaft wird im Laufe des Jahres 2011 nach Verabschiedung durch den Bundesrat im Parlament behandelt. Das Kulturförderungsgesetz und die Kulturbotschaft treten voraussichtlich am 1. Januar 2012 in Kraft.

In diesem Zusammenhang wurde am 1. Oktober 2010 erstmals ein Treffen im Zentrum Paul Klee in Bern organisiert. Kulturdelegierte der Städte und Kantone sowie der Bund tauschten sich über aktuelle und künftige Fragen der Kulturförderung aus.

Im Folgenden berichten wir aus der Arbeit der einzelnen Bereiche des BAK und beleuchten deren inhaltliche Schwerpunkte des Jahres 2010.

Kulturschaffen

  • Prämierte Bücher des Wettbewerbs «Schönste Schweizer Bücher» wurden beim internationalen Wettbewerb «Schönste Bücher aus aller Welt» der Stiftung Buchkunst in Leipzig von einer internationalen Jury beurteilt. Die Schweiz wurde mit Gold, Silber und Bronze sowie einem Ehrendiplom ausgezeichnet.
  • Weiter war die Schweiz im Jahr 2010 Gastland beim Internationalen Design Festival Berlin, einer der wichtigsten europäischen Nachwuchsplattformen für Design. In Zusammenarbeit mit der Schweizer Botschaft wurden insgesamt 20 Arbeiten von Preisträgerinnen und Preisträgern der Eidgenössischen Preise für Design des BAK und des «Design Preis Schweiz» ausgestellt. Damit traten zum ersten Mal der Design Preis Schweiz und die Eidgenössischen Preise für Design gemeinsam auf.
  • Ende November 2010 ging www.swissdesignawards.ch online. Mit der neuen Website stellt das Bundesamt für Kultur eine umfassende Plattform mit den Arbeiten aller Preisträgerinnen und Preisträger des «Eidgenössischen Preis für Design» und des «Grand Prix Design» zur Verfügung und schafft so einen Überblick über das Schweizer Designschaffen.
  • An der 12. Internationalen Architekturausstellung in Venedig organisierte und betreute das BAK den Schweizer Pavillon, der vom 29. August bis 21. November 2010 für das Publikum offen war. Auf Vorschlag der Eidgenössischen Kunstkommission wurde der Künstler Jürg Conzett eingeladen, die Schweiz zu vertreten.
  • Das BAK war auch für den Schweizer Beitrag an der 12. Kunstbiennale von Kairo zuständig. Luca Frei vertrat vom 12. Dezember 2010 bis 12. Februar 2011 die Schweiz.

Kultur und Gesellschaft

  • Im Juni 2010 verabschiedete der Bundesrat die Verordnung über die Landessprachen und die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften. Die Verordnung führt Massnahmen zur Förderung des Austauschs und der Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften, zur Unterstützung der mehrsprachigen Kantone sowie zur Förderung der rätoromanischen und italienischen Sprache und Kultur ein. Die Verordnung trat am 1. Juli 2010 in Kraft.
  • Das BAK lancierte zusammen mit den kantonalen Kulturstellen, der Hochschule Luzern und der Schweizerischen UNESCO-Kommission ein Projekt zur Erstellung einer Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz. Bis 2012 werden lebendige Traditionen wie Musik, Brauchtum oder Handwerkstechniken erfasst. Ein Expertengremium unter der Leitung des BAK wird aus den Vorschlägen der kantonalen Projektverantwortlichen eine Auswahl treffen. Das immaterielle Kulturerbe soll dadurch anerkannt, gefördert und weiterentwickelt werden.
  • Am 9. und 10. April 2010 organisierte das BAK gemeinsam mit der Zürcher Hochschule der Künste ein Treffen von Expertinnen und Experten für Kulturpolitik. Dieses stand in Zusammenhang mit dem Schweizer Vorsitz im Europarat und diente der Weiterentwicklung von COMPENDIUM, einem der wichtigsten Kulturprojekte des Europarates.

Film

  • Das BAK verlieh im Rahmen der Solothurner Filmtage erstmals den multimedialen Filmmusikpreis «The Score». Unter den 100 eingereichten Kompositionen wurden drei ausgezeichnet.
  • Die Eidgenössische Filmkommission verabschiedete Mitte des Jahres die vom BAK extern in Auftrag gegebene Evaluation der Filmförderungskonzepte 2006-2010. Die Evaluation zog bezüglich der politischen Umsetzung der Förderungskonzepte eine grundsätzlich positive Bilanz, zeigte aber in gewissen Bereichen ein klares Verbesserungspotenzial auf. Die Kommission empfahl insbesondere, die im Bericht empfohlene Trennung der Filmpolitik und der Filmförderung sorgfältig zu prüfen und sich mit den Vor- und Nachteilen auseinanderzusetzen. Die neuen Filmförderungskonzepte 2012-2016 werden bis Mitte 2011 erarbeitet.
  • Das schweizerische Filmschaffen schloss 2010 mit einem guten Resultat ab. Schweizer Produktionen haben verglichen zum Vorjahr an Marktanteil zugelegt. Neben der erfolgreichen Produktion, dem Alpenthriller «Sennentuntschi», ist das grosse Interesse des Publikums für das nationale Dokumentarfilmschaffen sowie für die Vielfalt der Spielfilme als äusserst positiv zu bewerten.

Heimatschutz und Denkmalpflege

  • In Paris unterschrieben die beteiligten Staaten die Kandidatur für das UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen". Die Kandidatur kam unter der Federführung der Schweiz zustande. Im Herbst erfolgte die Prüfung durch die Experten des International Council on Monuments and Sites ICOMOS, der beratenden Organisation der UNESCO. Der Entscheid des Welterbekomitees wird anlässlich der Session 2011 erwartet.
  • Das BAK veröffentlichte im Jahr 2010 mit dem Buch «Patrimonium» ein umfassendes Werk über die Schweizer Denkmalpflege von 1950 bis 2000. Die Publikation dient als wertvolle Informationsquelle für Fachleute und ist darüber hinaus ein anschaulich illustriertes Zeitdokument einer Ära, die von wichtigen kulturpolitischen Entscheiden geprägt wurde.

Museen und Sammlungen

  • Auf den 1. Januar 2010 trat das Schweizerische Bundesgesetz über die Museen und Sammlungen des Bundes MSG in Kraft. Das Schweizerische Nationalmuseum, bestehend aus dem Landesmuseum Zürich, dem Schloss Prangins, dem Forum der Schweizer Geschichte Schwyz und dem Sammlungszentrum Affoltern am Albis, wurde als öffentlich-rechtlichen Anstalt selbständig.
  • Seit dem 1. Juni 2005 sind Kulturgüter durch das Bundesgesetz über den internationalen Kulturgütertransfer geschützt. Im Rahmen des fünfjährigen Jubiläums veranstalteten die Eidgenössische Zollverwaltung und das BAK die Sonderausstellung «For Sale? Kulturgüterschmuggel und der Zoll» im Zollmuseum in Cantine di Gandria bei Lugano.
  • Bundesrat Didier Burkhalter empfing den kolumbianischen Aussenminister Jaime Bermúdez Merizalde zur Unterzeichnung einer bilateralen Vereinbarung über die Einfuhr und die Rückführung von Kulturgut.
  • Der Schweizerische Botschafter in Kairo und der Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung (Supreme Council of Antiquities) unterzeichneten eine bilaterale Vereinbarung zum Schutz des mobilen kulturellen Erbes beider Staaten.
  • 48 präkolumbische Objekte aus einer Schweizer Privatsammlung wurden durch die Vermittlung der Fachstelle internationaler Kulturgütertransfer an die peruanische Regierung zurückgegeben.
  • Das Museum der Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» in Winterthur öffnete am 31. Oktober 2010 nach einer zweijährigen Schliessung wieder seine Türen für das Publikum. Das Römerholz feierte die Wiedereröffnung mit der Inszenierung seiner Sammlung in den renovierten Räumlichkeiten.
  • Der Bund verkaufte die Schlossdomäne Wildegg an eine vom Kanton Aargau errichtete Stiftung. Die Schlossdomäne wechselte per 1. Januar 2011 den Besitzer.

Personelles

  • Die Umsetzung des Kulturförderungsgesetzes bringt neue Aufgaben mit sich. Mit der Überarbeitung von Strukturen und neuen Verteilungen von Zuständigkeiten innerhalb der Dienste bereitet sich das Amt auf das Inkrafttreten des Kulturförderungsgesetzes vor: Der Bereich „Museen und Sammlungen" wurde definitiv von Urs Staub übernommen, der diese Sektion ad interim geleitet hat. Den Bereich „Kulturschaffen" übernahm Franziska Burkhardt, die bisherige Leiterin der Sektion „Kultur und Gesellschaft". Die Sektion „Kultur und Gesellschaft" wird ad interim bis Ende 2011 von David Vitali geleitet. Die neue Aufgabenverteilung trat am 1. August 2010 in Kraft.
  • Nicolas Bideau verliess Ende 2010 das Amt, der neue Leiter der Sektion Film, Ivo Kummer, wird die Nachfolge Anfang August 2011 antreten.

Abschliessend ein Dankeschön an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BAK für ihren Einsatz. Beim Bundesrat, dem Parlament, dem Generalsekretariat des Eidgenössischen Departementes des Innern und der Finanzverwaltung bedanken wir uns für die Unterstützung sowie das in uns gesetzte Vertrauen.

Jean-Frédéric Jauslin
Direktor


Zuletzt aktualisiert am: 28.06.2011

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Typ: PDF
21.06.2011 | 1059 kb | PDF


http://www.bak.admin.ch/org/01308/03909/03932/index.html?lang=de