Zwei wichtige UNESCO-Konventionen im Bereich der Kultur in Kraft

Bern, 15.10.2008 - Die Schweiz ist ab dem 16. Oktober 2008 vollwertiger Vertragsstaat der Konvention zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes von 2003 und der Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen von 2005. Sie gehört nun zu den etwa hundert Ländern, die sich sowohl für Tradition wie auch für Kreativität, für die gegenseitige Bereicherung der kulturellen Identitäten, und für die Stärkung der Kultur als nationales und internationales Thema einsetzen.

Die Ratifikation der beiden Konventionen durch die Schweiz wurde in den letzten Jahren von allen betroffenen Stellen deutlich unterstützt. Die Zivilgesellschaft war bei öffentlichen Anhörungen und Vernehmlassungen besonders aktiv.

Mit ihrem Beitritt verpflichtet sich die Schweiz, gemeinsam mit den zahlreichen anderen Vertragsstaaten, die nötigen Massnahmen zu ergreifen, um einerseits die Erhaltung und Stärkung der traditionellen Kultur - das lebendige Kulturerbe, welches von seinen Trägern von Generation zu Generation weitergegeben wird -, anderseits die Vielfalt des kulturellen Schaffens und Angebots als bereichernde Elemente der Kultur sowie als Instrumente der Zusammenarbeit und der Solidarität, sicherzustellen.


Initiativen zur raschen Entwicklung von Instrumenten, mit denen die Schweiz die eingegangenen Verpflichtungen erfüllen kann, sind schon im Gange, andere müssen gemeinsam von allen beteiligten Akteuren noch ergriffen werden.


In enger Zusammenarbeit mit der Schweizerischen UNESCO-Kommission, den Kantonen und den Trägern des lebendigen Kulturerbes, ist das Bundesamt für Kultur daran, Vorschläge zur Schaffung eines Inventars des immateriellen Kulturerbes in der Schweiz auszuarbeiten. Die Vorschläge werden den Trägern des immateriellen Kulturerbes und allen Personen aus der Zivilgesellschaft, die sich für die Tradition und ihre Zukunft interessieren, an einem öffentlichen Informations- und Konsultationstreffen vorgestellt und mit ihnen diskutiert. Das Treffen findet am Montag, 17. November 2008 auf Initiative der Schweizerischen UNESCO-Kommission in Bern statt und wird vom Bundesamt für Kultur unterstützt.

Im Bereich der kulturellen Vielfalt haben die Schweizer Koalition für die kulturelle Vielfalt und die Schweizerische UNESCO-Kommission vor, bis in einem Jahr aufgrund einer genauen Analyse und Expertise einen gemeinsamen Fahrplan aufzustellen, damit die kulturelle Vielfalt in der Politik und in der Praxis, in der Schweiz und weltweit, nicht nur ein Slogan bleibt.


Adresse für Rückfragen

Madeleine VIVIANI, Generalsekretärin der Schweizerischen UNESCO-Kommission, 031 324 10 62
David VITALI, Stabstelle Direktion / Internationales, Bundesamt für Kultur, 031 325 70 19


Herausgeber

Bundesamt für Kultur
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Letzte Änderung 25.03.2019

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