UNESCO-Übereinkommen

Das Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes (SR 0.440.6) wurde am 17. Oktober 2003 von der UNESCO-Generalkonferenz verabschiedet und trat am 20. April 2006 in Kraft. Es ergänzt das UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturgutes der Welt von 1972 (SR 0.451.41), welches materielles, unbewegliches Erbe zum Gegenstand hat. Komplementär ist es auch zum 2005 verabschiedeten UNESCO-Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen (SR 0.440.8), da kulturelle Vielfalt massgeblich auf dem Reichtum des immateriellen Kulturerbes gründet. Bis zum heutigen Tag sind über 120 Staaten dem Übereinkommen beigetreten (vollständige Liste der Vertragsstaaten).

Die wichtigsten Elemente des Übereinkommens sind:

  • die Verpflichtung der Vertragsstaaten, auf nationaler Ebene und im Rahmen internationaler Zusammenarbeit günstige Rahmenbedingungen für die Praxis und Überlieferung des immateriellen Kulturerbes zu schaffen
  • die Anerkennung der Träger des immateriellen Kulturerbes (Gemeinschaften, Gruppen und Individuen, die dieses Erbe schaffen, pflegen und weitergeben)
  • die Schaffung einer „Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit" und einer „Liste des dringend bewahrungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes" sowie die Errichtung eines „Fonds für die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes", der Vertragsstaaten bei der Umsetzung der Bewahrungsmassnahmen finanziell und technisch unterstützt

Bedeutung für die Schweiz

 

Die Bewahrung und Förderung des immateriellen Kulturerbes ist in der Schweiz durch die Unterstützung von Kulturveranstaltungen, Förderung von Kulturvermittlung und durch Beiträge an Kulturschaffende, Verbände und Gedächtnisinstitutionen (u.a. Schweizerische Nationalbibliothek, Schweizerisches Bundesarchiv) in der staatlichen Kulturförderung verankert.

Das Übereinkommen zum immateriellen Kulturerbe

  • festigt und stärkt die in der Schweiz bestehenden Massnahmen zur Bewahrung von lebendigen Traditionen der kulturellen und sprachlichen Vielfalt
  • ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Schweiz, für die Beziehungen zwischen den Generationen, für das kulturelle Selbstverständnis in den Regionen und das Erscheinungsbild des Landes von grosser Bedeutung

Mit der Ratifikation des UNESCO-Übereinkommens zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes bekräftigt die Schweiz auf internationaler Ebene ihr Engagement für den respektvollen Umgang zwischen den Kulturen. Sie beteiligt sich am multilateralen kulturpolitischen Dialog und fördert die Vermittlung der eigenen Kulturen im Ausland.

Letzte Änderung 01.02.2012

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