Schweizer Alpsaison

Kategorien: Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken; Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum; gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste; mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksweisen

Betrufer Heinz Bucher, Alp Under Blatte ob Flühli, Kanton Luzern, 2005 © Priska Ketterer, Luzern
Betrufer Heinz Bucher, Alp Under Blatte ob Flühli, Kanton Luzern, 2005 © Priska Ketterer, Luzern

Der Begriff «Alpsaison» umschreibt die Arbeit der Viehzüchterinnen und -züchter, die mit ihren Herden während der Sommermonate auf die Alpweiden ziehen und diese bewirtschaften. Die Tradition der Alpsaison umfasst ein breites Spektrum an Fachwissen, in erster Linie die Versorgung des Viehs, der Unterhalt der Weiden und die Herstellung von Käse. Der Alpaufzug erfolgt heutzutage traditionell oder motorisiert, jedoch immer auf der Grundlage einer genauen Einschätzung der meteorologischen Verhältnisse und der Grasqualität auf der Alp. Auch die Daten für das Weiterziehen der Herden während der Saison und für den Alpabzug werden von solchen Überlegungen bestimmt. Trotz zunehmender Mechanisierung der Landwirtschaft werden nach wie vor auch handwerkliche Techniken angewendet, und das Wissen im Zusammenhang mit der Natur und der für jede Alp spezifischen Umgebung wird laufend weitergegeben. Die Alpsaison wird teilweise vom Tourismus vermarktet, bleibt aber von hoher symbolischer Bedeutung für die Verwurzelung der Schweiz in ihren Traditionen. In den Regionen, wo die Viehzucht von grosser Bedeutung ist, begleiten diverse Bräuche und traditionelle Praktiken den Alpsommer: Wildheuen, Alpenverlosung, Ringkuhkämpfe, Poyas, Betruf, Alpsegen, Älplerfeste, Bénichon, festliche Alpaufzüge und Alpabzüge usw.

Letzte Änderung 06.07.2015

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