Kurzbiografien der Mitglieder der eidgenössischen Jury für Tanz

Präsidentin: Simona Travaglianti (1976) ist Theater- und Tanzwissenschaftlerin. Sie hat an den Universitäten Bern und Lausanne Theaterwissenschaft, Geschichte und Ästhetik des Films und Kunstgeschichte studiert. 2013 wurde sie am Institut für Theaterwissenschaft in Bern mit der interdisziplinären Arbeit «Situationsräume: Zur Emergenz theatraler Räume aus der Site Specificity» promoviert. Sie war als Assistentin am Lehrstuhl für Tanzwissenschaft und als freischaffende Tanzdramaturgin tätig. Für Tanzfestivals und -aufführungen hat sie verschiedene Vermittlungsformate wie Begleitworkshops, Einführungen und Künstlergespräche durchgeführt.

Alexandre Demidoff (1966) ist Journalist für die Rubrik «Kultur und Gesellschaft» der Zeitung Le Temps, wo er das aktuelle Geschehen der Sparten Theater und Choreographie abdeckt. Er hat in Brüssel am Institut national supérieur des arts et techniques du spectacle (INSAS) Regie studiert und an der Universität Genf einen Master in französischer Literatur sowie an der Universität Pennsylvania einen Master in «Art and sciences» absolviert. Seit 1994 ist er Kulturjournalist und -kritiker und hat ab 1998 an der Entstehung von Le Temps mitgewirkt, wo er von 2008 bis 2015 die Rubrik Kultur und Gesellschaft leitete. Er erhielt 2008 den Kulturpreis der Greulich Stiftung für seine Arbeit als Tanzkritiker.

Isabelle Fuchs (1963) ist seit 2010 Inspektorin des französischen Ministeriums für Kultur und Kommunikation. Die gebürtige Strassburgerin war Balletttänzerin am Ballet de l'Opéra National du Rhin und anschliessend zeitgenössische Tänzerin in den USA und in Deutschland. Zudem arbeitete sie als Choreographin, Lichtdesignerin, Pädagogin und Managerin sowohl für La Filature - Scène nationale Mulhouse als auch für Private auf internationaler Ebene - nicht zuletzt für Felix Ruckert in Deutschland und Olga Mesa in Spanien und Frankreich, der sie zu internationaler Anerkennung verhalf. Ihre vielseitige Leidenschaft für Tanz führte sie schliesslich dazu, sich in den Dienst der Kulturpolitik im Bereich Tanz in Frankreich zu stellen.

Béatrice Goetz (1959) ist Sportwissenschaftlerin und Tänzerin. Sie studierte an der Universität Basel und bei «Dance experience». Nach der Ausbildung tanzte sie in der Gruppe MAJA LEX in Köln und im Tanzensemble Cathy Sharp in Basel. Seit 2002 leitet sie die miR Compagnie, mit der sie 2015 einen Tanzpreis «Aktuelles Tanzschaffen 2015» für das Stück «bits C 128Hz» erhielt. Sie ist als Dozentin für Tanz / Gymnastik am Department für Sport, Bewegung und Gesundheit der Universität Basel und als freischaffende Choreografin tätig. Am Theater Basel leitet sie den Spielclub Tanz, ein Angebot zur aktiven Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen. 2008 choreografierte sie an der Fussball-EM 08 in der Schweiz die Eröffnungs- und Schlussfeier.

Guillaume Guilherme (1985) arbeitet am Tanzhaus Zürich. Am MARCHEPIED in Lausanne, am Coline in Istres und am Research Cycle von PARTS bildete er sich zum Bühnentänzer aus. Anschliessend tanzte er für Mathilde Monnier, Yvonne Rainer und David Zambrano. Er wurde zudem in Museen als Interpret für Performances eingeladen und hat selber solche für Galerien kreiert. Auch archivierte er den Nachlass Sigurd Leeder im Schweizer Tanzarchiv. Im Jahr 2015 war er zuständig für das erfolgreiche Marketing für die Compagnie Nuna und absolvierte ein Fachdiplom in Kommunikation.

Philippe Olza (1961) ist Freelance-Berater von verschiedenen Institutionen, Compagnien und Kunstschaffenden für die Umsetzung von Projekten. Seine Ausbildung genoss er an der Scuola Teatro Dimitri und an der École Mudra von Maurice Béjart in Brüssel, wo er auch am Ballet du XXe siècle tätig war. Béjart stellte ihn als Tänzer, Schauspieler, Akrobaten und Mitgestalter an. Danach setzte er seine Karriere als freischaffender Interpret an internationalen Institutionen fort. Von 1998 an produzierte er eigene Tanztheater-Stücke. Im Jahr 2008 engagierte er sich für die internationale Förderung der Bühnenkunst und war 2013 Jurymitglied der Zeitgenössischen Schweizer Tanztage. Er ist Chevalier des Arts et Lettres.

Nunzia Tirelli (1958) Bewegungsanalytikerin CMA, ausgestellt vom LIMS, New York, ist ausgebildete Choreologin (Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance/London) und Tanztherapeutin (Art Therapy Italiana/Bologna). Zuvor war sie als Tänzerin und Schauspielerin in diversen Ensembles tätig. Sie engagiert sich für Projekte, die Tanz und Theater an Unter- und Mittelstufenschulen der italienischen Schweiz vermitteln. Seit 2002 forscht und arbeitet sie zu Rudolf Laban und organisiert die Laban Events auf dem Monte Verità. 2014 erhielt sie für die Rekonstruktion von Rudolf Labans Tanzwerken «Der Trommelstock tanzt» und «Istars Höllenfahrt» einen Preis im Kulturerbe Tanz erhalten.

Letzte Änderung 20.02.2018

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