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Basler Fasnacht

Kategorien: gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste; mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksweisen; darstellende Künste; Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken

An der Basler Fasnacht werden die Ungereimtheiten, Mängel und Fehltritte in Politik und Gesellschaft des vergangenen Jahres oder auch des Zeitgeists auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene mit Spott, Sarkasmus und spitzem Witz persifliert und karikiert. Als Mittel dazu dienen Kostüme, Masken (Larven), Laternen, fantasievolle Accessoires sowie die Baseldeutsche Mundart. Die Fasnacht beginnt am Montag nach Aschermittwoch um vier Uhr morgens in der völlig dunklen Innenstadt, mit dem «Morgenstreich». Beleuchtet wird die Stadt lediglich von zahlreichen grossen Laternen, die gezogen oder getragen werden, und kleinen Laternen, welche die pfeifenden und trommelnden Aktiven auf dem Kopf tragen. Am Montag- und Mittwochnachmittag finden grosse Fasnachtsumzüge («Cortèges») statt, die von den Cliquen gestaltet werden. Am Abend ziehen die musizierenden Einheiten durch die Strassen. Am Dienstagnachmittag formieren viele Kinder und Erwachsene eigene Umzüge, der Abend ist von Guggenmusiken geprägt. Die Basler Fasnacht ist weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt. Sie ist gleichzeitig fest in Basel verankert und stellt für grosse Bevölkerungsteile ein zentrales Identitätselement dar. Die Basler Fasnacht ist eine besonders reiche Tradition, die mehrere Bereiche und Aspekte des immateriellen Kulturerbes abdeckt.

Am 31. März 2016 wurde die Kandidatur der Basler Fasnacht der UNESCO für eine Aufnahme in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit vorgelegt. Es handelt sich um die zweite Schweizer Kandidatur im Rahmen des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes.  

Das Zwischenstaatliche Komitee für die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes hat am 07.12.2017 an seiner zwölften Sitzung in Jeju (Republik von Korea) entschieden, die Basler Fasnacht in die Repräsentative Liste einzutragen.

Bundesamt für Kultur

Julien Vuilleumier
Sektion Kultur und Gesellschaft
Hallwylstrasse 15
3003 Bern