Uhrmacherkunst und Kunstmechanik
Kategorie: Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken
In diesem modernen Industriezweig hat die Schweiz internationaler Ausstrahlung erreicht. Es geht aber nach wie vor fast ausschliesslich um manuelle Handwerkskünste (Abschrägen, Zapfendreherei, Glanzschleifen, Herstellung von Zifferblättern, Stempeln, Setzen von Appliken, Stanzen, Meisteruhrmacherei), die auch die Grundlage für die Uhrmacherkunst als Kulturerbe bilden. Dieser traditionelle Aspekt ist besonders gut sichtbar im Bereich Kunstmechanik sowie bei der Herstellung von Musikautomaten und Spieldosen in Sainte-Croix: Die Produktion hat den Status als Kunsthandwerk beibehalten und geniesst unter den Einwohnerinnen und Einwohnern von Sainte-Croix eine grosse Wertschätzung. Sie sprechen vom «Esprit de Sainte-Croix», was ihren Respekt für diese Handwerkskunst ausdrückt. Die Kandidatur unterstreicht die Rollen von Ausbildung und Präzisionshandwerk, die nach wie vor unentbehrlich sind, wenn es um Innovation und technische Präzision geht. Auch wenn der Uhrmacherkunst in erster Linie eine wirtschaftliche Bedeutung zukommt, so hat sie doch auch die Stadtbilder und die sozialen Gegebenheiten in den betreffenden Regionen geprägt und verfügt über eine ganz eigene Symbolik, in der technische Präzision, mechanische Raffinesse und Zeitlichkeit eng miteinander verbunden sind und einen wesentlichen Einfluss auf die lokalen und regionalen Identitäten ausüben.
Das Zwischenstaatliche Komitee für die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes hat am 16.12.2020 an seiner fünfzehnten Sitzung entschieden, das binationale Element Uhrmacherkunst und Kunstmechanik (Schweiz / Frankreich) in die Repräsentative Liste einzutragen.
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