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Umgang mit der Lawinengefahr

Kategorie: Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum

Mit der Lawinengefahr befassen sich vor allem Bergführerinnen und Bergführer und Verantwortliche für Seilbahnen und Skilifte, unterstützt von Fachleuten aus der Wissenschaft. Der Umgang mit der Lawinengefahr beruht auf verschiedenen immateriellen und wissenschaftlichen Kenntnissen: Studium des Klimas (Wind, Regen, Wärmeeinbrüche), des Schneemantels und der Schneeflockenarten usw. Diese anspruchsvolle Tätigkeit ist weit entfernt vom Postkartensujet des Bernhardiners mit seinem Schnapsfässchen und basiert auf aufwendigen Arbeiten, die sowohl vor Ort als auch hinter den Kulissen stattfinden. Einerseits geht es darum, die Risiken durch natürliche oder künstliche Schutzeinrichtungen zu reduzieren, andererseits müssen auch Wintersportlerinnen und Wintersportler sensibilisiert und immer wieder neu über die Risiken informiert werden. Vor Ort schliesslich müssen die Wetterbedingungen studiert und verschiedene Schutzmassnahmen und organisatorische Massnahmen getroffen werden, beispielsweise Lawinengänge zu verhindern oder künstlich auszulösen. Der Risikoeinschätzung liegt ein weites informelles und wissenschaftliches Erfahrungswissen zugrunde, das über Jahrhunderte weitergegeben wurde. Obwohl dieses Erfahrungswissen heutzutage mehr und mehr professionalisiert wird, ist doch auch eine genaue und persönliche Kenntnis der Natur nötig, die unter interessierten Laien direkt weitergegeben wird.

Das Zwischenstaatliche Komitee für die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes hat am 29.11.2018 an seiner dreizehnten Sitzung in Port-Louis (Mauritius) entschieden, der Umgang mit der Lawinengefahr in die Repräsentative Liste einzutragen.

Bundesamt für Kultur

Julien Vuilleumier
Sektion Kultur und Gesellschaft
Hallwylstrasse 15
3003 Bern