Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim für Georges Descombes, Esther Eppstein und Vivian Suter

(Letzte Änderung 10.04.2021)

Bern, 09.04.2021 - Der Architekt Georges Descombes, die Kuratorin Esther Eppstein und die Künstlerin Vivian Suter erhalten den Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim, den das Bundesamt für Kultur zum 21. Mal vergibt. Sie werden am 20. September 2021 zusammen mit den Preisträgerinnen und Preisträgern der Schweizer Kunstpreise in Basel geehrt.

Der Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim wird auf Empfehlung der Eidgenössischen Kunstkommission Persönlichkeiten in den Bereichen Kunst, Kunstvermittlung und Architektur verliehen, deren Arbeit von besonderer Aktualität und Relevanz für die schweizerische Kunst- und Architekturpraxis ist und die internationale Kunstszene beeinflusst. Filmporträts der Preisträgerinnen und des Preisträgers werden in der Ausstellung «Swiss Art Awards» zu sehen sein, die vom 20. bis 26. September 2021 in Basel gezeigt wird.

Georges Descombes

Georges Descombes wurde 1939 in Genf geboren, wo er bis heute lebt. Hier studierte er Architektur und arbeitete als junger Architekt unter anderem bei Marc-Joseph Saugey. 1975 beginnt er eine akademische Karriere und gründet das CREX (Centre de réalisation expérimentale) an der Genfer Architekturschule. Gleichzeitig realisiert er Landschafts- und Architekturprojekte und erforscht in seinen Entwürfen ausgehend von der Idee des Palimpsests die sichtbaren und unsichtbaren Spuren des Geländes, das er umgestaltet. Er wirkt an den Grossprojekten für das Quartier Lyon-Confluence, den Hafen von Antwerpen und den Quai des Matériaux in Brüssel mit, in denen er sich mit dem Einbezug der Landschaft in den städtischen Raum auseinandersetzt. Seit 20 Jahren gestaltet Georges Descombes die Renaturierung des Flusses Aire im Kanton Genf, die zu einer seiner wichtigsten Arbeiten geworden ist. Das Projekt hinterfragt die Beziehungen zwischen Natur und Mensch und ist ein Manifest für die Landschaft in der Stadtplanung.

Esther Eppstein

Die Kuratorin, Künstlerin und DJ Esther Eppstein lebt in Zürich, wo sie 1967 geboren wurde. Ab 1996 leitete Esther Eppstein 20 Jahre den Offspace und das spartenübergreifende Kunstprojekt message salon in Zürich. Von 2006 bis 2013 führte sie gemeinsam mit anderen Kulturschaffenden den Kunstraum Perla-Mode in einer ehemaligen Kleiderboutique. Sie reflektierte darin die Entwicklung der Stadt Zürich, die durch ihre Subkultur ebenso geprägt wird wie durch ihr institutionelles Kulturleben. Der Ort wurde mit der Zeit zum Zentrum einer Gemeinschaft von Künstlerinnen und Künstlern, die die lokale und nationale Kunstszene aufmischen. Nach der Schliessung der Räumlichkeiten von Perla-Mode lanciert Esther Eppstein 2015 das Projekt message salon embassy, eine Residenz für internationale Künstlerinnen und Künstler. Parallel dazu verlegt sie Zines und Souvenirs. Für ihre Tätigkeit als Kunstvermittlerin und Künstlerin wird Esther Eppstein mehrfach ausgezeichnet, namentlich durch die Stadt und den Kanton Zürich sowie 2003 und 2006 mit einem Schweizer Kunstpreis des Bundesamts für Kultur.

Vivian Suter

Vivian Suter wurde 1949 in Buenos Aires geboren und lebt in Panajachel in Guatemala. Bereits ihre Grossmutter und ihre Mutter waren Künstlerinnen. Ihre ersten Lebensjahre verbringt sie in Argentinien, bevor sie mit 13 Jahren in die Schweiz kommt. Sie studiert an der Kunstgewerbeschule in Basel. Schon sehr früh werden ihre Werke in der Galerie Stampa ausgestellt. 1981 erhält sie ein Eidgenössisches Kunststipendium und wird von Jean-Christophe Ammann an eine Kollektivausstellung in der Kunsthalle Basel eingeladen. 1983 verlässt sie die Schweiz und lässt sich in einer ehemaligen Kaffeeplantage an einem Vulkansee in Guatemala nieder. Weit entfernt von der Kunstszene widmet sie sich ihrer Arbeit in einer osmotischen Beziehung zur Natur. Dieser besondere Kontext ist in ihrer intuitiven und emotionalen Malerei zu spüren, die das Publikum zum Eintauchen in ferne Tropenwälder einlädt. Erst spät wird Vivian Suter wiederentdeckt. Die Kunsthalle Basel widmet ihr 2014 eine Ausstellung, und auf Einladung des Kurators Adam Szymczyk nimmt sie 2017 an der Documenta 14 teil. Vom 24. Juni 2021 bis am 10. Januar 2022 werden die Arbeiten von Vivian Suter im Museo Reína Sofía in Madrid ausgestellt. Das Kunstmuseum Luzern zeigt vom 6. November 2021 bis am 13. Februar 2022 eine Retrospektive.

Weitere Informationen
 
Publikation und Filmporträts
- Die Publikation «Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim 2021», herausgegeben durch das Bundesamt für Kultur, stellt die Preisträgerinnen und den Preisträger in Porträts und Interviews über ihre Arbeit vor. Sie erscheint mit dem Kunstbulletin von Juli/August 2021 und kann kostenlos bestellt werden unter swissart@bak.admin.ch. Das Interview mit Georges Descombes führte Victoria Easton (Architektin, Christ & Gantenbein, Basel), San Keller (Künstler, Zürich) interviewte Esther Eppstein und Vivian Suter wurde von Julie Enckell Julliard (Leiterin Cultural Development Department, HEAD, Genf) interviewt. Redaktion: Gina Bucher; Grafikkonzept: Adeline Mollard. Fotografie: Flavio Karrer, Douglas Mandry und Karla Voleau. ISBN 978-3-9525152-7-3
- Die Filmporträts von Marie-Eve Hildbrand / Terrain Vague, Lausanne, werden an der Ausstellung Swiss Art Awards 2021 und ab dem 20. September 2021 online zu sehen sein.

Social Media
Blog: www.swissartawards.ch
Instagram: @swissartawards
#swissartawards

Ausstellung Swiss Art Awards 2021
20.–26. September 2021, 10.00 bis 19.00 Uhr
Halle 3, Messe Basel. Eintritt frei.


Adresse für Rückfragen

Zu den Schweizer Kunstpreisen:
Léa Fluck, Kunstförderung, Sektion Kulturschaffen, Bundesamt für Kultur, Tel.: 078 616 22 67, lea.fluck@bak.admin.ch

Vermittlung von Interviews mit den Preisträgerinnen und dem Preisträger sowie Akkreditierung: Andrea Brun & Jenni Schmitt, Tel.: 078 940 04 37, media-kunst@schweizerkulturpreise.ch



Herausgeber

Bundesamt für Kultur
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Letzte Änderung 25.03.2019

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