SIA-Normen

Zu sehen ist in Nahaufnahme eine Wasserwaage mit der gefassten Libelle, die nicht ganz horizontal zur Messfläche ausgerichtet ist.
Welches Gleichgewicht ist gefragt?
© BAK

Im Bau- und Planungswesen sind die Normen des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA), die SIA-Normen, anzuwenden. Es handelt sich dabei um nationale Regeln der Baukunde, aufgeteilt in drei Arten: technische Normen, Vertragsnormen und Verständigungsnormen. Die Erfüllung von Normen trägt zur Sicherheit von Bauten und Anlagen, zu deren Funktionalität, Dauerhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit und somit zu deren Qualität bei.

Für baukulturelle Belange sind insbesondere die technischen Normen von Bedeutung. Sie bilden den anerkannten Stand der Technik im Bauwesen und sind rechtlich relevant. SIA-Normen werden insgesamt mehrheitlich für neu zu erstellende Bauwerke erarbeitet, sind aber auch auf Bestandsbauten anzuwenden.

Dies ist nicht immer unproblematisch, da insbesondere Baudenkmäler meist Unikate sind: Zum Teil sind sie über Jahrhunderte «gewachsen» und weisen deshalb unterschiedliche zeitliche Schichten, Materialien und Gestaltungen auf. Oft entstanden sie in einer Zeit, als es zwar qualitativ hochstehende Konstruktionsmethoden, aber keine «Normen» gab. Oder sie befolgten Normen, die nicht mehr gültig sind. Heutige Baunormen bei Um- und Erweiterungsbauten, Sanierungen und Umnutzungen auf Baudenkmäler anzuwenden, stellt deshalb immer wieder eine Herausforderung dar.

Um baukulturelle Qualität auch im aktuellen Baugeschehen gewährleisten und die historisch wertvolle Substanz von Baudenkmälern angemessen erhalten zu können, überprüft das Bundesamt für Kultur (BAK) neue oder revidierte SIA-Normen im Rahmen der öffentlichen Vernehmlassungen.

Kontakt

Bundesamt für Kultur
Sektion Baukultur
Hallwylstr. 15
3003 Bern
Telefon +41 58 462 86 25
E-Mail

Kontaktinformationen drucken

https://www.bak.admin.ch/content/bak/de/home/baukultur/qualitaet/normen/sia-normen.html