Eidgenössische Jury für Musik
Musiker und Journalist
Lugano (TI)
Gian-Andrea Costa wurde in Lugano geboren. Er studierte Musikwissenschaften in Bologna und begann gleichzeitig seine langjährige Zusammenarbeit mit der Radiotelevisione svizzera di lingua italiana (RSI), für die er zuerst als Redaktor und Moderator in seinem Spezialgebiet, der unabhängigen regionalen und nationalen Musikszene, und später in der Programmgestaltung und als Produzent tätig war. Anschliessend war er von 2020 bis 2023 verantwortlich für den Musikbereich und ist heute Generalsekretär der Abteilung Kultur und Gesellschaft der RSI. Musikalisch ist er als Bassist in den verschiedensten Genres von Jazz bis Metal aktiv, gibt regelmässig Konzerte (bis heute ungefähr 500 Auftritte in der Schweiz, in Europa, den USA, Grossbritannien, Russland, China, Japan und Südafrika) und hat zahlreiche Aufnahmen veröffentlicht (über 200 Stücke auf rund 20 Alben und EPs).
Kulturschaffender
Basel (BS)
Sandro Bernasconi ist seit mehr als zwei Jahrzehnten als Musiker, Kurator und Kulturschaffender aktiv. Sein breites Spektrum reicht von Clubsounds bis zu experimentellen Formaten, unabhängig vom Genre, und beinhaltet oft den Austausch mit Musikschaffenden aus Nordafrika. Er ist leidenschaftlich engagiert für die Clubkultur und Clubsounds und war als Mitbegründer des Bar-Clubs ABX in diesem Bereich von 2006 – 2009 aktiv. Er leitet das Musikprogramm der Kaserne Basel über 12 Jahre lang und war Mitbegründer des Polyfon Festivals, das er von 2009 bis 2021 als künstlerischer Leiter betreute. Vor seiner langjährigen Tätigkeit als Kulturschaffender im Musikbereich war er selbst aktiv als Musiker und DJ tätig, wobei er über 150 Konzerte und Shows in der Schweiz und in Nachbarländern spielte. 2022 hat er das transdiziplinäre Landskron Festival mitbegründet, bei welchem er als Co-Leiter für das Musikprogramm und die Produktion zuständig ist. Ebenfalls 2022 hat er die Plattformen Sable & Chaux und Transmitting Stones mit Partner*innen aus der Schweiz, Algerien und Tunesien mitinitiiert. Auf diesen Plattformen werden Austauschprojekte, Residenzen und Recherche-Formate in Zusammenarbeit mit Musiker*Innen aus der Schweiz sowie algerischen und tunesischen Musiker*Innen/Kulturschaffenden durchgeführt.
Kuratorin von Musikprogrammen
Vevey (VD)
Kate Espasandin hat einen Bachelor in Musik an der Universität Cambridge (UK) und einen Master in Musikwissenschaft an der McGill University in Montreal (CA) abgeschlossen. 2014 hat sie das Festival Jazz au Peuple in Nyon mitgegründet, dessen Ziel die Förderung von Schweizer Musikschaffenden aus den Bereichen Jazz und improvisierte Musik ist. Sie arbeitet seit 2016 in der Programmkommission des Cully Jazz Festival, wo sie für das Festival OFF zuständig ist und den Schwerpunkt dabei auf den zeitgenössischen Jazz und das Schweizer Nachwuchsschaffen legt. Seit 2017 ist sie als Programmatorin im Organisationskomitee von Live in Vevey tätig. Sie organisiert dort Residenzen für Musikerinnen und Musiker aus dem Jazz und der improvisierten Musik mit Konzerten im Foyer des Théâtre de l’Oriental. Zuvor hat sie sich im Komitee von Suisse Diagonales Jazz engagiert und war Expertin für verschiedene Preise und Jurys (u. a. M4music).
Musikethnologin, Radiojournalistin, Filmemacherin
Bern (BE)
Dr. Lea Hagmann ist Musikethnologin. Ihre Forschungsinteressen sind: (Neue) Schweizer Volksmusik, Naturstimmen , die Schweizer Folk-Bewegung der 1970er Jahre, Musik- und Tanz-Revivals global, Keltische Musik, Musik der Roma und Balkan-Musik. Seit 2018 ist sie Assistentin für Kulturelle Anthropologie der Musik und Studiengangsleiterin für den Masterstudiengang World Arts and Music an der Universität Bern. Seit 2024 hat sie ausserdem einen Lehrauftrag an der Hochschule Luzern - Musik in Musikgeschichte. Seit 2019 ist sie Komiteemitglied bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ethnomusikologie (CH-EM), von 2019-2025 diente sie als "Outreach Officer" beim British Forum for Ethnomusicology (BFE) und von 2019-2022 war sie Komiteemitglied beim European Seminar for Ethnomusicology (ESEM).
Neben ihrer akademischen Tätigkeit arbeitet sie seit 2015 als freie Radiojournalistin in der Musikredaktion von SRF2 Kultur, wo sie insbesondere für Sendungen zur Schweizer Volksmusik oder für ethnische Musikthemen zuständig ist. In diesem Rahmen hat sie zum Beispiel 2022 das SRG-Projekt «Jeunes Talents Suisses» begleitet, welches im Rahmen des Festivals Alpentöne durchgeführt wurde. Ebenso bietet sie ihre Expertise an in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen öffentlichen Institutionen oder Museen, z. B. Forum für Schweizer Geschichte Schwyz (2024-2025), Klangwelt Toggenburg (2024-2025), Stanser Musiktage (2024), Alpines Museum der Schweiz ALPS (2025), indem sie berät, moderiert, Vorträge hält oder als Expertin an öffentlichen Veranstaltungen Auskunft gibt. 2023 hat sie ihren ersten Dokumentarfilm «Beyond Tradition: Kraft der Naturstimmen» ins Kino gebracht, der vom International Council of Traditions of Music and Dance (ICTMD) 2023 eine Auszeichnung erhalten hat und 2025 mit dem BFE-RAI Ethnomusicology Film Award gekürt wurde. Sie ist ausserdem Mitherausgeberin des Schweizer Jahrbuchs für Musikwissenschaft, Initiantin diverser Audio-Podcast-Projekte und seit 2025 Jury-Mitglied des Preises der deutschen Schallplattenkritik (PdSK) im Bereich «Traditionelle und ethnische Musik».
Kulturvermittler, Dozent, Hochschulmanager und Autor
Zürich (ZH) und Bern (BE)
Peter Kraut studierte Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft und ist als Kulturvermittler, Dozent, Hochschulmanager und Autor tätig. Sein Interesse gilt dem Schnittfeld aus zeitgenössischer Musik, bildender Kunst und Popkultur. Er war in der empirischen Sozialforschung und als Mitglied einer Experimentalrockband in Europa unterwegs. Parallel dazu programmierte er im Rahmen von "Taktlos Bern" (1980-2007) Hunderte von Konzerten mit neuester Musik. Nach einer Anstellung im Kulturprogramm der Schweizerischen Nationalbibliothek wechselte er 2002 an die Hochschule der Künste Bern. Dort ist er heute (2021) stellvertretender Leiter des Fachbereichs Musik.
Kulturschaffende, Agentin, Kuratorin
Lausanne (VD)
Nach einer Ausbildung zur Lehrerin und einem Master in Literaturwissenschaft widmet sich Nadia Mitic seit 2009 der aktuellen Musik. Sie ist Künstleragentin, Mitbegründerin und Teilhaberin der Schweizer Booking-Agentur Glad We Met, Künstlermanagerin für aktuelle Musik, Mediensprecherin und Programmatorin. Mit über zehn Jahren Berufserfahrung und einem grossen Netzwerk in drei Sprachregionen der Schweiz und im Ausland teilt sie ihre Erfahrung und ihr Fachwissen regelmässig bei Weiterbildungen, als Expertin und Jurymitglied für die Fondation CMA, die HEMU (Haute Ecole de musique Valais Vaud Fribourg), M4Music, Sonart, die Städte Neuenburg und Lausanne und den Kanton Wallis. Nadia Mitic setzt sich für die Unterstützung, Betreuung und Ausbildung junger Schweizer Künstlerinnen und Künstler ein und gründete und koordinierte 2022 SALTO!, ein Programm zur Unterstützung und professionellen Begleitung von Walliser Künstlerinnen und Künstlern. Seit August 2023 ist sie neben ihrer Arbeit als Agentin und Programmatorin bei Les Garden-Parties de Lausanne zuständig für die Betreuung der Künstlerinnen und Künstler bei La Case à Chocs in Neuenburg.
Musikerin, Pädagogin, künstlerische Kuratorin und Managerin
Genf (GE)
Musikerin, Interpretin, Pädagogin und erfahrene Managerin, Béatrice Zawodnik verfolgt eine engagierte und leidenschaftliche Karriere im Dienst der Kultur, der künstlerischen Schöpfung und der Ausbildung.
Sie hat zahlreiche Abschlüsse und Auszeichnungen in den Bereichen Musik, Pädagogik und Management, darunter eine Ausbildung im Oboenspiel und einen Master in öffentlicher Verwaltung (MPA) von IDHEAP. Béatrice hat eine mehr als 20-jährige berufliche Erfahrung als Solistin, Kammermusikerin sowie als Oboen- und Musiklehrerin. Sie hat auch mehrere Ensembles mitbegründet und sowohl die künstlerische als auch die administrative Leitung des Ensemble Vortex und des Ensemble Vide übernommen.
Von 2018 bis 2021 war sie für die Koordination des Unterrichts verantwortlich und Mitglied des Direktoriums der Hochschule für Musik in Genf (HEM), deren Direktorin sie seit dem 1. Januar 2022 ist.
Zuvor leitete sie von 2013 bis 2018 die Hochschule für Musik Lausanne (HEMU) am Standort Lausanne classique und war von 2007 bis 2013 für die Leitung des vorprofessionellen Studiengangs an der Hochschule für Musik in Genf (CEGM) verantwortlich.